Mehr Liebe für die Träumer

Ich habe Huan Vu im Jahr 2012 an der Deutschen Cthulhu Convention kennengelernt. Damals hat er seinen Film Die Farbe vorgestellt, der aus einer Abschlussarbeit an der Filmschule hervorgegangen war. Gleichzeitig ist Die Farbe eine der besten Lovecraft-Adaptierungen, die ich gesehen habe – und ich habe viele gesehen. Mir hat der Film gerade deshalb so gut gefallen, weil er sich traut, von der Vorlage dort abzuweichen, wo es für die Produktion sinnvoll war, um letztlich den Geist des Originals sehr gut zu treffen. Die dichte Atmosphäre und die visuelle Stilsicherheit sind erstaunlich, wenn man bedenkt, für wie wenig Geld dieser Film gemacht wurde und wie junge das Produktionsteam war.

Als uns Huan dann an der letzten Convention einen Teaser für sein neues Projekt zeigte, waren alle begeistert. Es ging in die Traumlande. The Dreamlands soll keine Verfilmung von The Dream-Quest to Unknown Kadath sein, sondern eine neue Mythosgeschichte auf der Basis des Traumlandezyklus Lovecrafts. Ein ungleich ambitionierteres Projekt, denn die Traumlande sind wesentlich fantastischer als das solide in den Zwanzigern verankerte Lovecraft Country. Special Effects müssen her und vor allem Künstler, die den visuellen Stil der niemals zuvor gezeigten Traumlande einfangen.

Schon während der Cthulhu Convention kam der Vorschlag, Crowdfunding zu bemühen. Und jetzt ist es soweit: Die Kampagne auf IndieGogo läuft. Nach einem Wechsel von Kickstarter zu IndieGogo und einem durch die Osterfeiertage etwas gebremsten Start kommt die Kampagne leider nur langsam in die Gänge. Mir ist es aber ein großes persönliches Anliegen, dass dieser Film zustande kommt.

Warum?

Erstens möchte ich den Film sehen, da bin ich ganz egoistisch.

Zweitens weiß ich, dass mit Huan Vu und seinem Team echte Lovecraft-Fans am Werk sind.

Drittens weiß ich, dass die das drauf haben, auch wenn das Projekt sehr ambitioniert ist.

Viertens steckt mehr hinter dem Projekt als nur dieser eine Film. Huan Vu ist äußerst aktiv in der Gemeinschaft Neuer Deutscher Genrefilm. Er und seine Kolleginnen und Kollegen wollen beweisen, dass es möglich ist, Fantasy, Science Fiction und Horror in deutscher Sprache zu produzieren, und das diese Filme auch ein Publikum haben. Das ist mehr als nötig, weil der Genrefilm bis heute im deutschsprachigen Bereich von Filmkritik, Filmschulen und vor allem der Filmförderung marginalisiert wird.

Crowdfunding ist dafür da, echten, leidenschaftlichen Künstlern dabei zu helfen, ihre Visionen umzusetzen. Nichts gegen millionenschwere Deals mit Miniaturen oder Krimiserienverfilmungen. Aber das Herz von Crowdfunding ist, dass wir, die Fans, den Allerweltsmedienfraß aushebeln und unser Geld jenen geben, die neue Wege beschreiten wollen.

Also Leute, wir haben noch 35 Tage, um 170.000 110.000 Euro aufzustellen.  Werft ein paar Euro ein, und dann verteilt den Link zum Projekt in jedem Netzwerk, bei dem ihr ein Konto habt.

 

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